alpha

un homenaje flamenco a Enrique Morente

Eine Inszenierung der Tanzcompagnie Flamencopalante

Am 13. Dezember 2010 starb einer der kreativsten Musiker des zeitgenössischeren Flamencos. Enrique Morente hinterliess ein reichhaltiges Erbe an Eigenkompositionen unermüdlicher Kreativität.
Hier ein Bericht im SRF:
https://www.srf.ch/kultur/musik/enrique-morente-das-enfant-terrible-des-flamenco

Die Flamencoszene beginnt jetzt zu erkennen, was für ein Erneuerer er für den Flamenco darstellt: 
Er verband den traditionellen Flamenco mit neuen Instrumenten, mit anderen Musikstilen (Rock, Balkanmusik, orientalische Musik, Jazz), mit Geräusche und elektronische Effekten in einer unverkennbaren, musikalischen Sprache. Die atmosphärischen Musikkreationen erzeugen Phantasiewelten und emotionale Reisen. Sie inspirieren zu einem Flamencotanz, der diese Welten und Emotionen sicht- und spürbar macht.

Sein bahnbrechendes Album OMEGA verband den traditionellen Flamenco mit dem Rock der Band Lagarijo Nick. Mit dieser mutigen Zusammenarbeit hat er den Flamenco zu einer spannenden Zukunft angetrieben, neue Wege für das Genre eingeschlagen und den Flamenco revolutioniert. Obwohl das Album bei seiner Veröffentlichung auf viel Ablehnung und Verachtung innerhalb der puristischen Vertretern gestossen ist, war es doch ein Anfang einer neuen Ära. In diesem Sinne ist der Griechische Buchstabe OMEGA, der Titel diese bahnbrechenden Albums, nicht nur das Ende einer Epoche, sondern gleichzeitig ein Neuanfang. Das Stück ALPHA der Tanzcompagnie Flamencopalante versucht sich nun an die Ästhetik dieses grossartigen Künstlers anzunähern und ihm mit dem Tanz eine Hommage für sein grosses Schaffen zu geben. 

Die Themen von Enrique Morente waren seiner Zeit voraus. Er verarbeitete Poesie von Federico Garcia Lorca und interpretierte Kompositionen von Leonhard Cohen („Ciudad sin sueño“). Er schrieb Stücke zu den Bildern von Pablo Picasso und verarbeitet dabei politische Themen wie den Irak Krieg („Guern’Irak“), er thematisierte das immerzu drehende Rat der Zeit der tickenden Uhr 
(„el pequeño reloj“) und die statistische Erfassung unseres Lebens in Zahlen und Nummern 
(„Solea de los números“). Und er komponierte ein Statement gegen Waffen in dem sich sein klagender Gesang über die Mondschein-Sonate von Beethoven legt.  („Alegato contra las armas“). 

ALPHA ist ein Stück für 10 Tänzerinnen im Cors de Ballett und 30 Tänzerinnen in Massentanzsszenen, Flamencogesang, Flamencogitarre und Elektronische Musik. Die Musik integriert Tonaufnahmen von Enrique Morente und verbindet sie mit live Musik interpretiert von Sänger, Gitarrist und der elektronischen Musik des Synthesizers. Die live interpretierte Musik versucht sich der Ästhetik des Komponisten anzunähern und seine Tonaufnahmen in eine musikalisches Gefüge einzubetten, die die Kompoisitonstechniken des Komponisten nachahmen und somit die Tracks von Enrique Morente zum umfassenden Hörerlebnis machen. Der Tanz lehnt sich an zeitgenössischere und abstraktere Bewegungen im Kontrast du traditionellem Tanz an. Er kreiert surrealistische Szenarien, Spielt mit Schatten und Licht und lässt die oben beschriebenen Thematiken der Liedtexte und Musikcollagen visuell erfahrbar machen. Dabei wird der Tanz von der starken Musik des Komponisten getragen und der Zuschauer taucht in ein Labyrinth der Gefühle, Illusionen und Visionen ein.